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„ÜBERALL NIRGENDS lauert die Zukunft“

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„ÜBERALL NIRGENDS lauert die Zukunft“  (von Vladimir Vertlib)

Theater bodi end sole (Hallein/Österreich)

Ein Stück über Flucht und Vertreibung (in deutscher Sprache)

Dauer: 1 Stunde 40 Minuten (ohne Pause)

Altersbegrenzung: ab 12 Jahren

Regie: Christa Hassfurther

Bühne: Alois Ellmauer

Produktionsassistenz: Andrea Folie

Kostüme: Pablo Alarcon

Lichttechnik: Georg Götz

Tontechnik: Helfried Hassfurther

Mit: Salim Chreiki, Jurij Diez, Dorit Ehlers, Anna Russegger, Michel Widmer, Tola Abdulkader, Anas AboAl Tot, Ali Almonem, Samer    Chreiki, Lotta    Diess, Alaaedin Dyab, Erika Fehrer, Bashir Khordaji, Hatem Koodah, Valerie Schöberl, Amelie Schöberl, Emilia Schöberl, Baraa Shaar, Hakim Sherbatij, Rashid Zein Eddin, Lorenz Brandner, Astrid Fürhapter-Royer, Dorothee Horsch, Ilse Lackenbauer, Caspar Russegger, Manuela Widmer

David überlebte als Jugendlicher die Shoah, während seine gesamte Familie von den Nazis ermordet wurde. Nach der Befreiung 1945 musste er mehrere Monate in einem Lager verbringen, bis ihm von dort aus die Flucht nach Palästina gelang. Genau 70 Jahre später kehrt er an diesen Ort zurück. Doch wo früher das Lager war, sind heute, 2016, wieder Flüchtlinge untergebracht. Wie einst für David ist die Unterkunft auch für sie ein Ort des Übergangs, ein Neubeginn nach Krieg, eine Stätte der Hoffnung, aber auch des Schmerzes und der Desillusionierung. Die vermeintliche Sicherheit ist stets bedroht. Es gibt Brandanschläge durch Rechtsradikale, Demonstrationen gegen Flüchtlinge, Terrorverdacht, und die Bürgermeisterin der Stadt verfolgt eigene, opportunistische Ziele. David kommt mit den Flüchtlingen ins Gespräch, freundet sich mit dem aus Syrien stammenden Universitätsprofessor Ibrahim an und hat einen Wunsch, welchen ihm die Flüchtlinge schließlich erfüllen, denn mit diesem Lager verbindet David eine ganz besondere persönliche Geschichte…

„ÜBERALL NIRGENDS lauert die Zukunft“ ist eine Metapher über Verfolgung und Flucht, über Angst, Vorurteile, Islamophobie und Antisemitismus und die Chancen der Begegnung.

Der Text von Vladimir Vertlib verbindet die derzeitige Flüchtlingssituation in Europa mit den Fluchtgeschichten der sogenannten Dispalced Persons nach dem 2. Weltkrieg und verweist damit allgemeingültig auf die Parallelitäten der Schicksale von Menschen auf der Flucht. Als weitere Erzählebene wird die Beziehung zwischen Juden und Palästinensern angesprochen.

Die Aktualität und gleichermaßen Zeitlosigkeit des Themas soll Zuschauer_innen aller Altersgruppen, insbesondere aber junge Menschen anregen, sich mit der Thematik auseinander zu setzen.

Der Autor, der selbst als freiwilliger Helfer im „Camp Grenze“ gearbeitet hat, ließ seine Erfahrungen der letzten Monate in den Text einfließen. Die Mitwirkung von zwölf Darstellern aus Syrien und dem Irak hat es möglich gemacht, Situationen der Flucht und das damit verbundene persönliche Erleben in nonverbalen Szenen sichtbar zu machen.

Pressestimmen

„Flüchtlinge im Spannungsfeld zwischen Wutbürgern, Gutmenschen, Medien und Politik – das Theaterstück ÜBERALL NIRGENDS lauert die Zukunft trifft den Zahn der Zeit… Bedrückend reale Szenen, eingebettet in die Erzählung zweier Fluchtgeschichten, führen durch die Inszenierung der Salzburger Regisseurin Christa Hassfurther“ (Stefanie Ruep, Der Standard, 24.4.2016)

„Was bisweilen lehrstückhaft anmuten könnte, wird durch die nächste Handlung bereits wieder aufgehoben. Das professionelle Ensemble überzeugt und harmoniert bestens mit der offensichtlichen Spielfreude der Neo-schauspieler*innen. Gelungen übrigens der Schritt, Kinder der Flüchtlinge durchaus mit österreichischen und deutschen Kindern zu besetzen. An der Glaubhaftigkeit wird nicht gerüttelt, aber das Wir-Gefühl gestärkt.“ (Veronika Zangl, Salzburger Wochenspiegel 27.4.2016)

„Vladimir Vertlib gelingt es, in seinem Text den tragischen, teilweise schockierenden Ereignissen mit bitterer Ironie zu begegnen und somit jegliches Pathos zu vermeiden. Ein intensiver Theaterabend über Flucht und Vertreibung, von Christa Hassfurther mit österreichischen Schauspielern, Migranten und Asylsuchenden gefühlvoll in Szene gesetzt.“ (Elisabeth Pichler, Dorfzeitung, 28.4.2016)

„… Durchsetzt mit poetischen Momenten wie einem Flöten-Intro, Gedichten und liedern, oder durchsetzt mit absurd komischen Szenen…sucht das Stück nach der Balance zwischen Realismus und Idealismus. Meist freilich findet sich nur eine unangenehme Melange von beiden, die stets in die eine oder andere Richtung kippen kann… Das Stück bleibt aber dennoch stimmig und legt den Finger in viele offene Wunden, ob sie nun frisch aufgerissen oder längst verheilt sein sollten. (Christoph Pichler, DrehPunktKultur 22.4.2016)